Bei Erkältung oder normalem Fieber keine Infusion verlangen und im Jahreszeitenwechsel nicht zur Infusion gehen, um die Blutgefäße «durchzuspülen» oder «freizumachen»
- Mittlerer Nutzen
- Evidenz C
- Lebenszeit
- Kostenlos
- Ein paar Minuten
- Ohne Willenskraft
Kurz gesagt
Erkältung und durch Viren verursachte Halsschmerzen gelten laut Gesundheitsbehörde der Provinz Guangdong (广东省卫生部门) im Prinzip nicht als Indikation für eine Infusion. Auf einer Pressekonferenz der Nationalen Gesundheitskommission (国家卫健委) stellten Experten klar, dass eine Infusion im Jahreszeitenwechsel die Plaques in den Blutgefäßen nicht wegspült und Herz und Nieren sogar zusätzlich belasten kann. Von den landesweit gemeldeten Arzneimittelnebenwirkungen entstand mehr als die Hälfte bei Injektionen, davon etwa 90 % bei intravenöser Gabe.
- Kosten
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Kostet nichts, und man spart das Geld für eine Infusion sowie die Stunden in der Praxis. Der Haken: Viele Menschen glauben, eine Infusion helfe schneller, und manche ältere Menschen haben sich angewöhnt, zum Jahreszeitenwechsel eine Infusion zu bekommen; wenn der Arzt sie nicht verschreibt, wirkt das für sie, als hätte er nicht genau hingeschaut.
- Was es bringt
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Es gibt keine Studie, die gezielt eine Infusion bei Erkältung mit keiner Infusion verglichen hat; deshalb stützt sich dieser Eintrag nur auf amtliche Dokumente und Überwachungsdaten. Zuerst zur Erkältung. Die Gesundheitskommission der Provinz Guangdong (广东省卫生计生委) forderte 2017 in einem Dokument die Basisgesundheitseinrichtungen auf, unnötige Infusionen zu reduzieren. Das Dokument schreibt vor, nach den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grundsätzen zu verordnen: «Wenn oral möglich, nicht spritzen; wenn intramuskulär möglich, nicht intravenös.» Nur in drei Situationen wird intravenös infundiert. Erstens bei Schluckbeschwerden. Zweitens bei schwerer Resorptionsstörung, etwa bei Erbrechen oder schwerem Durchfall. Drittens bei schwerer, rasch fortschreitender Erkrankung, wenn der Wirkstoff schnell eine hohe Konzentration im Körper erreichen muss. Dem Dokument ist eine Liste häufiger Krankheiten beigefügt, bei denen in Ambulanz und Notaufnahme grundsätzlich keine Infusion nötig ist. Der erste Punkt der inneren Medizin lautet «Infektion der oberen Atemwege: gewöhnliche Erkältung, virale Rachenentzündung». Dann zum «Durchspülen der Blutgefäße». Die Nationale Gesundheitskommission (国家卫健委) hielt am 6. August 2025 eine Pressekonferenz ab. Dort stellte ein Chefarzt des Dongfang-Krankenhauses der Universität für Traditionelle Chinesische Medizin in Peking (北京中医药大学东方医院) das Gerücht klar. Wörtlich sagte er: «Eine Infusion im Jahreszeitenwechsel kann die Blutgefäße durchgängig machen und einen Hirninfarkt verhindern, das ist eine falsche Behauptung.» Eine Infusion kann arteriosklerotische Plaques nicht «wegspülen» oder «freimachen». Unbedachte Infusionen können die Belastung von Herz oder Nieren erhöhen und sogar eine Herzinsuffizienz auslösen. Zuletzt zum Risiko. Der Jahresbericht des nationalen Systems zur Überwachung von Arzneimittelnebenwirkungen (国家药品不良反应监测年度报告, 2024) gliedert die Zahlen nach Verabreichungsweg. Unter den gemeldeten Nebenwirkungen entfielen 57,2 % auf Injektionen und 33,1 % auf orale Gabe. Bei den Injektionen entfielen 91,0 % auf intravenöse Gabe. Das beschreibt die Zusammensetzung der Meldungen, nicht die Wahrscheinlichkeit, dass bei jeder Infusion etwas passiert. Dass es lohnend wirkt, liegt daran, dass man den Tropf sieht, man im Liegen alles erledigt hat und meint, das Mittel wirke schneller und stärker.
- Hinweise
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Die Einstufung C beruht darauf, dass es nur amtliche Dokumente und Klarstellungen von Experten gibt; keine Studie hat berechnet, wie viele Schäden sich durch den Verzicht auf eine Infusion vermeiden lassen. Wo eine Infusion wirklich nötig ist, wird sie weiterhin gegeben, etwa bei starker Austrocknung oder Erbrechen, sodass man keine Medikamente mehr bei sich behalten kann, oder bei schwerer Erkrankung; dann gilt, was der Arzt sagt. Auch bei einer Erkältung bringen Antibiotika nichts, siehe §34.7 (bei Erkältung keine Antibiotika). Bei Durchfall zuerst orale Rehydratationssalze trinken, siehe §34.8 (orale Rehydratationssalze). Wirklich wirksam zur Schlaganfallvorbeugung ist, Blutdruck und Blutfette im Griff zu haben und die Arzneien langfristig nach ärztlicher Anweisung einzunehmen; siehe §1.7 (Blutdruck messen) und §2.12 (Blutfette regelmäßig prüfen lassen). Welche Krankheiten keine Infusion brauchen, legt jede Provinz selbst fest; die Liste aus Guangdong stammt von 2017, ob sie inzwischen aktualisiert wurde, ließ sich nicht feststellen. Die Einstufung des Nutzens als klein beruht auf einer Einschätzung: Gespart werden das Geld für eine Infusion und einige Stunden; die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen lässt sich nicht pro Infusion berechnen. Der Nutzen geht an Sie selbst und an die älteren Menschen in Ihrer Familie.
- Evidenzgrad
- C : Erfahrung des Autors oder übliche Praxis, ohne direkte Literatur.
- Quellen
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- General Office of the Guangdong Provincial Health and Family Planning Commission (2017). Notice on Strengthening the Management of Intravenous Infusion in Primary Medical and Health Institutions [in Chinese] (Yue Wei Ban Han [2017] No. 332), and its attachment "Common and frequently occurring diseases that in principle do not need infusion treatment in outpatient and emergency departments" [in Chinese], republished on the website of the Conghua District People's Government, Guangzhou. https://www.conghua.gov.cn/attachment/7/7361/7361750/7215543.pdf
- National Health Commission of China (2025). Transcript of the National Health Commission Press Conference of August 6, 2025 [in Chinese]. https://www.nhc.gov.cn/xcs/c100122/202508/8458a47948274283ab01c6cc672d8015.shtml
- National Center for Adverse Drug Reaction Monitoring (2025). National Annual Report on Adverse Drug Reaction Monitoring (2024) [in Chinese]. https://www.cdr-adr.org.cn/center_news/202504/t20250407_51076.html
Änderungsverlauf
Änderungen an diesem Tipp im Originalbuch, neueste zuerst.
- 2026-10-14 Ins Buch aufgenommen
Erwähnt in
Aus dem chinesischen Original übersetzt. Originalbuch, Abschnitt 6, Tipp 35. Inhalte können veraltet sein, und Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Wenn Sie tatsächlich zu einer Behörde, zum Arzt oder vor Gericht gehen, gilt, was Behörde, Ärztin oder Anwalt sagen. Haftungsausschluss