Nach einem Autounfall, Überfall oder einer Katastrophe nicht auf ein einmaliges Gespräch kurz nach dem Ereignis hoffen; wenn Albträume, Wiedererleben und Angst einen Monat später noch stark sind, zur traumafokussierten Psychotherapie in die Psychiatrie gehen
- Mittlerer Nutzen
- Evidenz A
- Lebenszeit
- Kostet wenig
- Einige Stunden
- Etwas Willenskraft
Wenn Sie gerade an Suizid denken, rufen Sie die Telefonseelsorge unter 116 123 an. Bei akuter Gefahr wählen Sie die 112.
Kurz gesagt
Nach einem großen Schock sind Albträume und leichtes Erschrecken in den ersten Wochen häufig, und die meisten Menschen erholen sich von selbst. Hält es nach einem Monat noch stark an, kann es sich um eine posttraumatische Belastungsstörung handeln; eine speziell auf das Trauma ausgerichtete Psychotherapie wirkt deutlich. Eine einmalige Aussprache, bei der man direkt nach dem Ereignis den Hergang erzählt, verhindert diese Erkrankung nicht. In einer Studie ging es Menschen, die eine solche Aussprache hatten, nach drei Jahren sogar schlechter.
- Kosten
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Anmeldung plus Behandlungskosten, in der Regel 8 bis 12 Sitzungen. Schwierig ist, dass man in der Behandlung zu dem Erlebnis zurückgehen muss, das man am meisten fürchtet.
- Was es bringt
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Die Nationale Gesundheitskommission schreibt in den «Behandlungsstandards für psychische Störungen (Fassung 2020)» (《精神障碍诊疗规范(2020 年版)》), dass etwa 8 % der Menschen, die ein seelisches Trauma erlebt haben, eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Es gibt drei Hauptmerkmale. Erstens Albträume und Wiedererleben: Die Situation des Ereignisses taucht immer wieder auf. Zweitens Vermeidung von Gesprächen, Orten und Menschen, die mit dem Ereignis zu tun haben. Drittens ständige Wachsamkeit, leichtes Erschrecken und Schlaflosigkeit. Die Diagnose wird gestellt, wenn die Symptome länger als 1 Monat anhalten und Familie, Lernen oder Arbeit stark beeinträchtigen. Die Standards halten im Kapitel zur akuten Belastungsreaktion fest, dass die meisten Menschen sich durch Selbsthilfe oder Krisenintervention in der akuten Phase erholen. Zur Wirksamkeit gibt es eine Zusammenfassung von 2020 mit 114 randomisierten Studien und 8.171 Personen. Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie gegenüber Wartegruppe oder üblicher Behandlung: SMD −1,32 (95% CI −1,57 bis −1,08, Konfidenzintervall, 可信范围), Evidenzqualität mittel. EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing, 眼动脱敏与再加工): −1,23 (−1,69 bis −0,76), Evidenzqualität niedrig. SMD und d sind dasselbe Maß; ab 0,8 gilt der Effekt als groß, beide Werte liegen darüber. Normale unterstützende Beratung gegenüber Wartegruppe zeigte keinen Unterschied (−0,43, −0,90 bis 0,04). Eine Cochrane-Übersicht derselben Autoren von 2013 mit 70 Studien und 4.761 Personen geht in dieselbe Richtung: traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie −1,62 (−2,03 bis −1,21), EMDR −1,17 (−2,04 bis −0,30). Die Evidenzqualität dieser Übersicht war jedoch sehr niedrig. Die britische NICE-Leitlinie von 2018 sieht Folgendes vor: Bei Erwachsenen, deren Symptome innerhalb eines Monats nach dem Ereignis stark sind, wird eine individuelle traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie angeboten. Wenn die Diagnose nach einem Monat gestellt wird oder die Symptome deutlich sind, wird sie ebenfalls angeboten, in der Regel 8 bis 12 Sitzungen. Bei einem Trauma, das nicht durch Krieg verursacht wurde, und wenn es nach 3 Monaten nicht besser ist, wird auch EMDR angeboten. Bei leichten Symptomen, die die Diagnose nicht erfüllen, wird im ersten Monat zunächst beobachtet und innerhalb eines Monats ein Kontrolltermin vereinbart. Die in den chinesischen Standards genannten Psychotherapien sind ebenfalls diese drei: Expositionstherapie (延长暴露), kognitive Verarbeitungstherapie (认知加工治疗) und EMDR. Zu einer einmaligen Aussprache direkt nach dem Ereignis gibt es drei Quellen. Die Cochrane-Übersicht von 2002 fasste 11 Studien zusammen: Eine einzelne individuelle Aussprache linderte das Leid nicht und verhinderte keine posttraumatische Belastungsstörung. Nach 3 bis 5 Monaten OR 1,22 (0,60 bis 2,46), kein Unterschied. Eine Studie mit Nachbeobachtung über ein Jahr fand, dass Menschen mit Aussprache sogar ein höheres Risiko hatten: OR 2,88 (1,11 bis 7,53), etwa 2,9-fach. Die Autoren folgern, dass man traumatisierten Menschen nicht mehr Aussprachen aufzwingen sollte. Eine andere Studie mit Patienten nach einem Autounfall, die im Krankenhaus lagen, wurde per Los zugeteilt. Nach 3 Jahren waren in der Aussprachegruppe psychische Symptome, Angst beim Autofahren, Schmerzen, körperliche Probleme, allgemeine Lebensfähigkeit und finanzielle Probleme deutlich schlechter. Wer zu Beginn starke Wiedererlebnisse und Vermeidung hatte, zeigte nach 3 Jahren weiter Symptome, wenn er die Aussprache hatte; ohne sie erholte er sich. Die NICE-Leitlinie hält ausdrücklich fest, dass man keine überwiegend psychologische Aussprache anbieten sollte, um eine posttraumatische Belastungsstörung zu verhindern oder zu behandeln. Begründung: Weder Einzel- noch Gruppenaussprachen zeigten einen Nutzen, und es gibt Hinweise auf einen Schaden gegenüber Nichtbehandlung.
- Hinweise
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Eine einmalige Aussprache bedeutet: In den Tagen nach dem Ereignis werden Menschen einmal gemeinsam oder einzeln zusammengeholt und erzählen von Anfang an, was passiert ist und was sie damals gefühlt haben. Die nationalen Standards führen Gruppenaussprachen in der Tabelle der Psychotherapien bei akuter Belastungsreaktion auf, was nicht mit der NICE-Leitlinie übereinstimmt; dieser Eintrag folgt den Studienergebnissen. Organisiert eine Firma oder Schule nach einem Vorfall eine solche Runde, können Sie sich entscheiden, nichts zu erzählen, und niemand sollte zum Reden gedrängt werden. In den ersten Wochen geht es zuerst um Sicherheit, Essen, Schlaf und darum, dass Menschen um einen sind. Gehen Sie in die Psychiatrie, Psychologie oder klinische Psychologie und fragen Sie direkt, ob traumafokussierte Psychotherapie angeboten wird. Die Begründung ist dieselbe wie bei §29.9 (nicht sofort Geld für eine Trauerberatung ausgeben). Nicht jeder braucht professionelle Hilfe; die Kraft sollte bei den Menschen eingesetzt werden, die nach einem Monat noch festhängen. Auch Menschen, die einen Angehörigen durch einen Unfall oder ein Verbrechen verloren haben, zeigen oft diese Symptome; siehe §29.4 (Tod eines Angehörigen durch Unfall oder Verbrechen). Was nach einem sexuellen Übergriff zuerst zu tun ist, siehe §13.42 (nach einem sexuellen Übergriff). Einsatzkräfte wie Polizei, medizinisches Personal und Feuerwehr, die durch ihre Arbeit erkranken, sind bereits in der Liste der Berufskrankheiten erfasst; siehe §19.10 (Hinweis zu Staub, Lärm und chemischen Giften).
- Evidenzgrad
- A : Konkrete Zahlen aus Metaanalysen, großen Kohorten oder randomisierten Studien; bei Recht und Politik der Gesetzes- oder Originaltext.
- Quellen
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- Lewis C, et al. (2020). Psychological therapies for post-traumatic stress disorder in adults: systematic review and meta-analysis. European Journal of Psychotraumatology. https://doi.org/10.1080/20008198.2020.1729633
- Bisson JI, et al. (2013). Psychological therapies for chronic post-traumatic stress disorder (PTSD) in adults. Cochrane Database of Systematic Reviews, CD003388. https://doi.org/10.1002/14651858.CD003388.pub4
- Rose S, et al. (2002). Psychological debriefing for preventing post traumatic stress disorder (PTSD). Cochrane Database of Systematic Reviews, CD000560. https://doi.org/10.1002/14651858.CD000560
- Mayou RA, Ehlers A, Hobbs M (2000). Psychological debriefing for road traffic accident victims. Three-year follow-up of a randomised controlled trial. British Journal of Psychiatry. https://doi.org/10.1192/bjp.176.6.589
- National Institute for Health and Care Excellence (2018). Post-traumatic stress disorder (NG116), recommendations 1.6.4, 1.6.5, 1.6.15–1.6.19. https://www.nice.org.uk/guidance/ng116/chapter/Recommendations
- General Office of the National Health Commission (2020). Notice on issuing the Diagnosis and Treatment Standards for Mental Disorders (2020 edition) (General Office of the National Health Commission Medical Letter [2020] No. 945), Chapter 8, Trauma- and Stressor-Related Disorders [in Chinese]. https://www.nhc.gov.cn/yzygj/c100068/202012/b4305ace9e14440792eb76d29602c88a.shtml
Dieser Tipp steht auch in
Änderungsverlauf
Änderungen an diesem Tipp im Originalbuch, neueste zuerst.
- 2026-10-14 Ins Buch aufgenommen
Erwähnt in
- Nach einer sexuellen Gewalttat zuerst an einen sicheren Ort gehen und die 110 (der Polizeinotruf in China) rufen; vor der Beweissicherung nicht duschen, keine Wäsche waschen und nicht aufräumen; innerhalb von 72 Stunden ins Krankenhaus
- Viele Schäden durch Staub, Lärm und Chemikalien sind nicht rückgängig zu machen (etwa Staublunge (尘肺) und Lärmschwerhörigkeit): Der Betrieb muss Schutzausrüstung stellen, und Arbeit ohne Schutzmaßnahmen darf man ablehnen
- Bei einem Todesfall durch Suizid, Unfall oder Gewaltverbrechen nicht versuchen, allein durchzuhalten, sondern aktiv professionelle Hilfe suchen
Aus dem chinesischen Original übersetzt. Originalbuch, Abschnitt 29, Tipp 14. Inhalte können veraltet sein, und Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Wenn Sie tatsächlich zu einer Behörde, zum Arzt oder vor Gericht gehen, gilt, was Behörde, Ärztin oder Anwalt sagen. Haftungsausschluss