Übersetzte Comics, hochgeladene Filme und Serien, geteilte Cloud-Links und Raubkopien von E-Books sind auch ohne Geld Rechtsverletzung; mit Werbung oder Mitgliedsgebühren drohen Haftstrafen
- Hoher Nutzen
- Evidenz A
- Freiheit
- Kostenlos
- Ein paar Minuten
- Etwas Willenskraft
Kurz gesagt
Wer ein fremdes Werk ohne Erlaubnis übersetzt und online stellt, verletzt das Urheberrecht, auch ohne Geld; es muss gelöscht werden, und man muss Schadensersatz zahlen. Mit Werbung oder Mitgliedsgebühren gilt es als Gewinnabsicht. Bei 30.000 Yuan (3万) Gewinn, 500 Werken oder 1.000 Mitgliedern drohen Haftstrafen von bis zu 10 Jahren. Der Betreiber der Untertitelgruppe «Renren Yingshi» (人人影视字幕组) wurde zu 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt.
- Kosten
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Kostet nichts. Was Sie gekauft oder heruntergeladen haben, dürfen Sie für sich selbst lesen oder ansehen, nur nicht online für andere verbreiten. Keine Ressourcen-Seiten oder -Gruppen mit Werbung oder Mitgliedsgebühren betreiben und keine Cloud-Links verkaufen. Schwierig ist, wenn alle es weiterreichen, nicht selbst mitzumachen und hochzuladen.
- Was es bringt
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Zuerst das Zivilrecht. Das Urheberrechtsgesetz gibt Urhebern das Übersetzungsrecht, also das Recht, ein Werk in eine andere Sprache zu übertragen, und das Recht der Informationsnetzverbreitung, also das Recht, ein Werk online zugänglich zu machen. Ohne Erlaubnis ein fremdes Werk zu übersetzen ist eine Rechtsverletzung; es ohne Erlaubnis online zu stellen ebenso. Der Verletzer muss die Verletzung beenden und Schadensersatz zahlen. Nur zum persönlichen Lernen, zur Forschung oder zum Genuss darf man veröffentlichte fremde Werke ohne Erlaubnis und ohne Zahlung nutzen. Der Schadensersatz richtet sich nach dem tatsächlichen Schaden des Rechteinhabers oder dem Gewinn des Verletzers. Lässt sich das nicht berechnen, legt das Gericht zwischen 500 Yuan und 5.000.000 Yuan (500万) fest. Bei vorsätzlicher, schwerer Verletzung kann das Gericht das 1- bis 5-Fache verhängen. Der Rechteinhaber kann auch die angemessenen Kosten für das Stoppen der Verletzung verlangen. Dann das Strafrecht. Artikel 217 des Strafgesetzbuchs setzt Gewinnabsicht voraus. Wer aus Gewinnabsicht ein fremdes Werk ohne Erlaubnis öffentlich online zugänglich macht und die Schwelle überschreitet, begeht Urheberrechtsverletzung (侵犯著作权罪). Dafür drohen bis zu 3 Jahre Haft, zusätzlich oder allein eine Geldstrafe. Bei erheblichem Betrag oder besonders schweren Umständen 3 bis 10 Jahre plus Geldstrafe. Als Gewinnabsicht gilt neben dem Verkauf auch Werbung auf der Website gegen Entgelt, eine Mitgliedschaft gegen Registrierungsgebühr oder andere Gebühren. Dienstleistungs-, Mitglieds- und Werbegebühren gelten als rechtswidriger Gewinn. Die Schwelle für eine Straftat ist bei einem der folgenden Punkte erreicht: rechtswidriger Gewinn von 30.000 Yuan (3万) oder mehr; illegaler Geschäftsumsatz von 50.000 Yuan (5万) oder mehr; Verbreitung von 500 (部) oder mehr Werken fremder Urheber im Netz; mindestens 10.000 Downloads (1万次) oder 100.000 Klicks (10万次); bei Mitgliedschaften 1.000 Mitglieder (1000人) oder mehr. Liegen keine dieser Schwellen vor, aber zwei Punkte jeweils über der Hälfte, zählt das ebenfalls. Beim 10-Fachen dieser Werte gilt die Stufe 3 bis 10 Jahre. Die Geldstrafe beträgt in der Regel das 1- bis 10-Fache des rechtswidrigen Gewinns. Beispiel 1: L. Y. P. und andere luden nicht lizenzierte Filme von ausländischen Websites herunter, ließen sie übersetzen, untertiteln und hochladen. Die Filme waren auf der Website und im Client der Untertitelgruppe zum Online-Anschauen und Herunterladen verfügbar. Die Website hatte 32.824 nicht lizenzierte Werke und mehr als 6.830.000 Mitglieder (683万余). Von Januar 2018 bis Januar 2021 kamen mehr als 2.700.000 Yuan (270余万) Mitgliedsgebühren und mehr als 8.800.000 Yuan (880余万) Werbeeinnahmen herein. Außerdem verdienten sie über 1.000.000 Yuan (100余万) mit dem Verkauf von Festplatten, auf die Filme kopiert waren. Die Website hatte einen «Spenden»-QR-Code, für den man Mitgliedsrechte erhielt; die Staatsanwaltschaft stufte das als Mitgliedsgebühr unter anderem Namen ein. Am 22. November 2021 wurde L. Y. P. zu 3 Jahren und 6 Monaten sowie 1.500.000 Yuan (150万) Geldstrafe verurteilt. 14 weitere Personen erhielten 1 Jahr und 6 Monate bis 3 Jahre auf Bewährung und Geldstrafen von 40.000 bis 350.000 Yuan (4万到35万). Beispiel 2: K. verwendete eine Crawler-Software, um die Abspielquellen von über 50.000 Filmen (5万余) zu sammeln, und stellte sie auf seiner Website und in seiner App kostenlos zur Verfügung. Er verkaufte Werbeplätze, die nach Anzeigenaufrufen bezahlt wurden, und verdiente mehr als 350.000 Yuan (35万余). 2023 wurde er zu 3 Jahren auf Bewährung mit 4 Jahren Bewährungszeit und 400.000 Yuan (40万) Geldstrafe verurteilt. Beispiel 3: H. mietete in seinem Haus einen Server und richtete ein Musik-Download-Forum ein. Er lud mehr als 100.000 Lieder (10万余) auf 18 Netzlaufwerke hoch und postete die Links im Forum. Für Links und Zugangscodes musste man mit Geld Forenmünzen kaufen. Die Aufladungen summierten sich auf mehr als 500.000 Yuan (50万余). 2023 wurde er zu 3 Jahren auf Bewährung mit 4 Jahren Bewährungszeit und 550.000 Yuan (55万) Geldstrafe verurteilt (ganz China; die Auslegung gilt seit dem 26. April 2025).
- Hinweise
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Der Nutzen geht an Sie selbst. Was Sie gekauft haben und selbst lesen oder übersetzen, bleibt im Rahmen des Gesetzes. Die Grenze liegt bei «ins Netz stellen, damit andere es sehen». Untertitelgruppen, die kein Geld nehmen, fallen nicht unter die strafbare Urheberrechtsverletzung mit Gewinnabsicht, aber zivilrechtlich bleibt die Verletzung bestehen: Der Rechteinhaber kann Löschung und Geld verlangen. In Japan kann man sich auch ohne Gewinn strafbar machen. Im Februar 2018 wurden in Japan mehrere chinesische Staatsbürger wegen Verstoßes gegen das japanische Urheberrechtsgesetz festgenommen; das chinesische Generalkonsulat in Nagasaki wies danach darauf hin, dass unautorisiertes Übersetzen, Veröffentlichen und Verbreiten auch ohne Gewinnabsicht rechtswidrig sein kann. Mit Werbung, Mitgliedschaft oder «Spenden», die Mitgliedsrechte bringen, ist man im Bereich der Gewinnabsicht. Im Fall Renren Yingshi war die Beteiligung von Übersetzern und Korrektoren gering; die Polizei befragte sie als Zeugen. Die Oberste Volksstaatsanwaltschaft stellte klar, dass Anstifter, Geldverteiler und Plattformbetreiber streng verfolgt werden sollen. Angestellte Helfer kann man milder behandeln, und kurzfristig angeworbene Personen mit geringer Schuld können straffrei bleiben. Die drei älteren Auslegungen zum geistigen Eigentum von 2004, 2007 und 2020 wurden am 26. April 2025 aufgehoben. Die Mitteilung dreier Ministerien aus dem Jahr 2011 wurde nicht ausdrücklich aufgehoben; bei Widersprüchen gilt die neue Auslegung. Die Klickschwelle wurde zum Beispiel von 50.000 (5万) auf 100.000 (10万) angehoben. Für eigene Fan-Werke, die als Buch erscheinen, siehe §9.25 (Fan-Fiction). Wer Bilder anderer auf Waren druckt, siehe §12.21 (Lizenz für Motive). Wer eine Plattform betreibt und eine Verletzungsanzeige erhält, siehe §26.9 (Verletzungsmeldung). Wer Crack-Patches und Keygens (破解补丁、注册机) herstellt oder verkauft, siehe §11.20.
- Evidenzgrad
- A : Konkrete Zahlen aus Metaanalysen, großen Kohorten oder randomisierten Studien; bei Recht und Politik der Gesetzes- oder Originaltext.
- Quellen
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- National People's Congress Standing Committee (2020). Copyright Law [in Chinese] (2020 amendment, Article 10, paragraph 1, items 12 and 15; Article 24, item 1; Article 52, item 6; Article 53, item 1; Article 54). http://www.npc.gov.cn/npc/c2/c30834/202011/t20201119_308796.html
- National People's Congress Standing Committee (2020). Amendment XI to the Criminal Law [in Chinese] (item 20, i.e., Article 217 of the Criminal Law). https://www.spp.gov.cn/zdgz/202012/t20201227_503682.shtml
- Supreme People's Court, Supreme People's Procuratorate (2025). Interpretation on Several Issues Concerning the Application of Law in Handling Criminal Cases of Infringing Intellectual Property Rights [in Chinese] (Fa Shi [2025] No. 5, Articles 12, 13, 25, 28 and 31). https://www.spp.gov.cn/xwfbh/wsfbt/202504/t20250424_693977.shtml
- Supreme People's Court, Supreme People's Procuratorate, Ministry of Public Security (2011). Opinions on Several Issues Concerning the Application of Law in Handling Criminal Cases of Infringing Intellectual Property Rights [in Chinese] (Fa Fa [2011] No. 3, Article 10). https://www.dongguandesq.jcy.gov.cn/tzgg/201103/t20110321_3344314.shtml (republished by the Dongguan Second Urban District People's Procuratorate)
- Supreme People's Procuratorate (2023). 48th Batch of Guiding Cases [in Chinese] (Procuratorial Case No. 193, the case of Liang Yongping, Wang Zhenghang and others, 15 people in all, infringing copyright). https://www.spp.gov.cn/spp/jczdal/202309/t20230915_628229.shtml
- Supreme People's Procuratorate (2024). Typical Cases of Procuratorial Organs Punishing Crimes of Copyright Infringement in Accordance with the Law [in Chinese] (Cases 1 and 3). https://www.spp.gov.cn/spp/xwfbh/wsfbt/202401/t20240105_639347.shtml
- Consulate General of China in Nagasaki (2018). The Consulate General of China in Nagasaki Reminds Chinese Citizens in Japan to Abide by the Copyright Law [in Chinese]. http://nagasaki.china-consulate.gov.cn/chn/tzgg/201802/t20180208_4564322.htm
Änderungsverlauf
Änderungen an diesem Tipp im Originalbuch, neueste zuerst.
- 2026-10-14 Überarbeitet: Hinweise
- 2026-10-05 Überarbeitet: Quellen, Hinweise
- 2026-10-03 Ins Buch aufgenommen
Erwähnt in
Aus dem chinesischen Original übersetzt. Originalbuch, Abschnitt 9, Tipp 24. Dieser Abschnitt beschreibt Rechtsregeln, vor allem in Festlandchina. Das sind allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Inhalte können veraltet sein, und Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Wenn Sie tatsächlich zu einer Behörde, zum Arzt oder vor Gericht gehen, gilt, was Behörde, Ärztin oder Anwalt sagen. Haftungsausschluss