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Sichtbares Blut im Urin, auch ohne Schmerzen und auch wenn es am nächsten Tag wieder weg ist: unbedingt untersuchen lassen

  • Mittlerer Nutzen
  • Evidenz B
  • Lebenszeit
  • Kostet wenig
  • Einige Stunden
  • Ohne Willenskraft

Kurz gesagt

In britischen Arztakten fand sich bei Menschen über 60 mit sichtbarem Blut im Urin am Ende in etwa 2,8 % der Fälle ein Blasenkrebs; bei 40- bis 59-Jährigen in etwa 1,2 %. Das ist nicht hoch, aber hoch genug, dass man es abklären lassen muss. Auch wenn es nur einmal vorkam, nur wenig war und nicht schmerzt, sollte man es untersuchen lassen.

Kosten

Eine Urinuntersuchung kostet einige zig Yuan, ein Ultraschall der Harnwege 100 bis 200 Yuan. Hält der Arzt es für nötig, kommt eine Blasenspiegelung dazu, etwa 1000 Yuan.

Was es bringt

Eine britische Studie nutzte elektronische Krankenakten aus der hausärztlichen Versorgung: 4.915 Blasenkrebsfälle und 21.718 Kontrollen. Bei Menschen mit sichtbarem Blut im Urin, bei denen am Ende Blasenkrebs gefunden wurde: über 60 Jahre 2,8 % (95% CI 2,5 bis 3,1), 40 bis 59 Jahre 1,2 % (95% CI 0,6 bis 2,3). Dieser Anteil heißt positiver Vorhersagewert. Auch nur mikroskopisch sichtbares Blut hat Bedeutung: Odds Ratio 20 (95% CI 12 bis 33). Bei über 60-Jährigen mit nur mikroskopisch sichtbarem Blut liegt der Anteil bei 1,6 % (95% CI 1,2 bis 2,1). Der britische National Health Service (NHS) sagt, Blut im Urin könne ein Zeichen für Krebs sein und müsse abgeklärt werden. Auch ohne andere Symptome, beim ersten Auftreten oder bei geringer Menge sollte man zeitnah einen Arzt aufsuchen.

Hinweise

«Nicht schmerzhaft» ist kein Grund, es sein zu lassen. Der NHS schreibt, Blut im Urin müsse man zeitnah vom Arzt abklären lassen, auch ohne weitere Symptome, beim ersten Mal, bei kleiner Menge oder wenn man nicht sicher ist, ob es Blut ist. Schmerzen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen und Fieber können auf eine Harnwegsinfektion hinweisen. Starke, schubweise Schmerzen von der Flanke bis zur Leiste und Unruhe können auf einen Stein hindeuten. Der NHS rät aber, nicht selbst zu entscheiden, sondern den Arzt schauen zu lassen. Rötlicher Urin während der Periode, nach Rote Bete oder nach einem neuen Medikament muss nicht Blut sein. Wer Blutverdünner nimmt, sollte nicht selbst davon ausgehen, dass das Medikament schuld ist; das ist eine Empfehlung dieses Buchs, die Studie oben hat diese Gruppe nicht gesondert ausgewertet. Der Nutzen wird als «gering» eingestuft, weil es nur Erkennungsraten gibt, aber keine Zahl dafür, wie stark eine frühe Untersuchung die Sterblichkeit senkt.

Evidenzgrad
B : Durch Forschung gestützt, aber ohne genaue Zahl, oder nur kleine bzw. einzelne Studien.
Quellen
  1. Price SJ, Shephard EA, Stapley SA, Barraclough K, Hamilton WT (2014). Non-visible versus visible haematuria and bladder cancer risk: a study of electronic records in primary care. British Journal of General Practice, 64(626), e584-e589. https://doi.org/10.3399/bjgp14X681409
  2. NHS. Blood in urine: "Blood in your pee must be checked out because it can be a sign of cancer." "But do not self-diagnose." "It may not be blood in your pee if: you've recently eaten beetroot … you're taking a new medicine … it's happening during your period". https://www.nhs.uk/symptoms/blood-in-urine/
  3. NHS. Symptoms of bladder cancer: "You have blood in your pee, even if: you do not have any other symptoms; it's the first time it's happened; there's only a small amount of blood; you're not sure if it's blood". https://www.nhs.uk/conditions/bladder-cancer/symptoms/

Änderungsverlauf

Änderungen an diesem Tipp im Originalbuch, neueste zuerst.

  1. 2026-10-14 Überarbeitet: Kurz gesagt, Was es bringt, Quellen, Hinweise
  2. 2026-09-21 Überarbeitet: Kosten, Kurz gesagt, Was es bringt, Hinweise
  3. 2026-09-20 Überarbeitet: Kurz gesagt, Was es bringt
  4. 2026-09-07–08 Seit der frühesten Fassung im Buch

Aus dem chinesischen Original übersetzt. Originalbuch, Abschnitt 1, Tipp 27. Dieser Abschnitt behandelt Gesundheit und Medikamente. Das sind allgemeine Informationen, kein Ersatz für ärztliche Diagnose oder Verschreibung. Inhalte können veraltet sein, und Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Wenn Sie tatsächlich zu einer Behörde, zum Arzt oder vor Gericht gehen, gilt, was Behörde, Ärztin oder Anwalt sagen. Haftungsausschluss